Luftsicherheit

Sie benötigen eine Luftsicherheitszulassung, wissen aber noch nicht welche die richtige für Sie ist?

 

Hier erklären wir Ihnen die unterschiedlichen Luftsicherheitszulassungen und die jeweiligen Anforderungen.

Der bekannte Versender

Was ist ein bekannter Versender

Bekannte Versender sind Unternehmen, die Luftfracht erstmalig in den Verkehr bringen. Sie sind Hersteller oder Produzenten einer Ware und sind das erste Mitglied der sicheren Lieferkette.

 

Der größte Vorteil für bekannte Versender ist, dass die Sendungen am Flughafen nicht kontrolliert werden müssen, da diese von Anfang an als sicher eingestuft werden.

 

Luftfrachtsendungen, die unsicher sind und nicht von einem bekannten Versender, bzw. aus der sicheren Lieferkette stammen, sind unsicher und müssen vor der Verladung in ein Flugzeug entsprechenden Luftfrachtkontrollen zugeführt werden.

 

Frachtkontrollen werden durch einen reglementierten Beauftragten (regB) durchgeführt, welcher über zugelassene Kontrolltechniken verfügt. Reglementierte Beauftragte sind Lagerhalter, Logistikdienstleister oder Spediteure und zählen ebenfalls zur sicheren Lieferkette. Zu dem Aufgabenbereich des reglementierten Beauftragten gehört auch die Vergabe eines Sicherheitsstatus auf dem Luftfrachtbrief (AWB). Der AWB zeigt auf ob die Fracht „sicher“ oder „unsicher“ oder mit welcher Kontroll­technik die unsichere Fracht „sicher“ gemacht worden ist.

 

Die Kontrolle der Fracht kann mit folgenden Kontroll­techniken erfolgen:

 

XRY – Röntgengerät

VCK – Sichtkontrolle

PHS – Durchsuchung per Hand

ETD – Sprengstoffspurendetektor

EDD – Sprengstoffspürhund

 

Die Zulassung als Bekannter Versender erspart Ihnen nicht nur die Kosten für die Fracht­kontrolle, sondern auch

  • die zeit­lichen Ressourcen, die für die Fracht­kontrolle ange­wendet werden müssen
  • sowie die Aspekte zur Verpackungsqualität. Die Qualität der Ver­packung oder der Ware kann erheb­lich sinken, da für die Kontrolle der Ware auch oft die Ver­packung auf­ge­schnitten und neu ver­klebt werden muss.

Anforderung und Zulassung zum bekannten Versender

Die Zulassung zum bekannten Versender ist in 5. Schritte gegliedert.

  1. Antrag auf Zulassung zum Bekannten Versender beim Luftfahrt Bundesamt stellen
  2. Sie müssen analysieren wo Ihre „neutrale Waren“ erstmalig als Luftfracht Identifizierbar werden und welche Personen über eine Zutrittsberechtigung für die Luftfrachtbereiche verfügen. Aus diesem Ergebnis wird ersichtlich, welche Mitarbeiter über eine Zuverlässigkeitsüberprüfung gem. §7 LuftSiG verfügen müssen und geschult werden müssen.
  3. Beantragung der nötigen Zuverlässigkeitsüberprüfungen und anschließende Luftsicherheitsschulung für alle zutreffenden Personen.
  4. Ausarbeitung des Bekannten Versender Sicherheitsprogrammes.
  5. Betriebsprüfung durch das Luftfahrt Bundesamt sowie Zulassungsbescheid durch das Luftfahrt Bundesamt.

Der bekannte Versender ist dazu verpflichtet jährlich die betriebsinternen Verfahren sowie die Beschreibung des bekannten Versender Sicherheitsprogrammes anhand eines Audits zu überprüfen.

Der reglementierte Beauftragte

Was ist ein reglementierter Beauftragter?

Der Reglementierte Beauftragte ist ebenfalls Bestandteil der sicheren Lieferkette und kann unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen.

  • Transport sicherer Luftfracht
  • Transportvermittlung sicherer Luftfracht
  • Vergabe des Sicherheitsstatus für Luftfrachtsendungen (sicher oder unsicher)
  • Spediteurstätigkeiten – AWB Erstellung
  • Luftfrachtkontrollen mittels Kontrolltechniken

Luftfracht­kontrollen sind nach den Terroranschlägen vom 11.Septemper besonders wichtig und müssen für alle unsicheren Sendungen durchgeführt werden.

 

Die Reglementierten Beauftragten kontrollieren die Fracht mit unter­schied­lichen Kon­troll­metho­den. Die Kontrollen werden durchgeführt,

 

  • wenn Luftfracht unsicher ist, das heißt, dass diese nicht aus der sicheren Liefer­kette (von bekannten Versendern) stammen

oder

  • nicht mehr als „sicher“ gelten, dass heisst, dass diese aus unbestimmten Gründen der sicheren Liefer­kette entzogen wurden oder es anderweitige Unstimmig­keiten gibt. Darunter zählt auch, wenn sich der anliefernde Fahrer nicht aus­weisen kann oder will oder die Fracht Manipu­lationen ausweist.

Anforderungen und Zulassung reglementierter Beauftragter

Die Anforderung um als regB zugelassen zu werden beginnt zunächst mit der Antragsstellung beim Luftfahrt Bundesamt.

Nach Erhalt der Eingangs­bestätigung durch das LBA können Sie die nötigen Zuverlässigkeitsüberprüfungen für die Luft­sicher­heits­beauftragten und alle relevanten Mit­arbeiter beantragen. Sobald die Zuverlässigkeitsüberprüfungen vorliegen, dürfen die Mitarbeiter die geforderte Luftsicherheitsschulung absolvieren.

 

Unter relevanten Mitarbeiter werden alle Personen gezählt, die physischen Zugang zu luftfrachtrelevanten Bereichen haben (auch Fahrer) und/oder Sicherheits­kontrollen durchführen.

 

Da die Beantragungen der Zuverlässig­keitsüberprüfungen und die Organisation der Schulungen eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen, ist die Ausarbeitung des Luft­fracht­sicher­heits­programmes im besten Fall bereits parallel in Bear­beitung. Ist die Dokumen­tation abge­schlossen und vollständig, muss diese beim Luft­fahrt Bundesamt eingereicht werden.

 

Die Dokumentation besteht ausfolgenden Nachweisen:

  • Luft­fracht­sicherheits­programm – In diesem stellt man die Metho­den und Verfahren vor, die der reglemen­tierte Beauftragte im Unter­nehmen eingeführt hat, um die Luft­sicher­heits­anforderungen einzu­halten.
  • Verpflichtungs­erklärung – Die Verpflichtungs­erklärung wird auf der LBA-Home­page bereitgestellt.
  • Benennungs­schreiben der Sicherheits­beauftragten – Die Benennung dient dazu eine beauf­tragte Person sowie eine Stell­ver­tretung zu benennen, die sich um die Einhaltung der Anforderungen kümmern und diesbezüglich die Verant­wortung übernehmen. Die Luft­sicherheits­beauftragten müssen gem. §7 LuftSiG überprüft sein sowie eine Schulung für Sicherheits­beauftragte absolvieren.

 

Der RegB ist dazu verpflichtet jährlich die betriebsinternen Verfahren sowie die Beschreibung im LFSP anhand eines Audits zu überprüfen.

Der behördlich zugelassene Transporteur

Was ist ein behördlich zugelassener Transporteur?

Behördlich zugelassene Transporteure sind Transportunternehmen, die sich um die reine Beförderung von Luftfrachtsendungen kümmern. Die reine Beförderung bedeutet, dass der Betrieb Fahrzeuge besitzt und ausschließlich Transporte durchführt.

 

Alle Transportunternehmen, die sich innerhalb der EU befinden müssen sich behördlich zulassen um ein Teil der sicheren Lieferkette zu werden. Vorher konnten Transporteure mittels Transporteurserklärung beauftragt werden. Dies ist nur noch im EU-Ausland möglich.

 

Mit der Zulassung als behördlich zugelassener Transporteur werden die Sicherheitsaspekte bzw. die Standards für die sichere Lieferkette vereinheitlicht. Die Vereinheitlichung ist ein wertvoller Schritt, um die Sicherheit in dem zivilen Luftverkehr erheblich zu verstärken.

Anforderungen für den Status als behördlich zugelassener Transporteur

Die Zulassungsvoraussetzung beginnt zunächst mit der Antragsstellung beim Luftfahrt Bundesamt.

 

Wie beim Bekannten Versender und Reglementierten Beauftragten muss auch beim behördlich zugelassenen Transporteur ein Sicherheitsprogramm erstellt werden. In dem Transporteurs Sicherheitsprogramm ist zu beschreiben welche Warenart transportiert werden und wie die Sicherheit der Luftfrachtsendungen während des Transportes gewährleistet wird.

 

Sollten Sie sich unsicher sein, welche Zulassung auf Sie zutrifft oder Sie benötigen ggf. Hilfe bei der Umsetzung der Anforderungen für Ihre LBA Zulassung, dann zögern Sie nicht uns zu kontaktieren. Unsere Experten unterstützen Sie gerne!